Thomas Rieger

Sport Management

Muskeln!

In manchen Situationen frage ich mich, warum viele unserer gesundheitssystemischen Akteure mit derartigen Scheuklappen ihrem Beruf nachgehen. Warum gelingt es einfach nicht, mehr Geld in die Prävention, und hier vor allem in die bewegungsorientierte zu stecken. Warum wird das System erst bei auftretender Krankheit aktiv? Anlass dieser von mir erneut formulierten Fragen ist ein am kommenden Montag angesetzter Bericht auf 3sat, der auf dramatische Weise, unter Hinzuziehung hoch aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse vor Augen führt, welche immense Bedeutung eine aktive Skelettmuskulatur auf die Gesunderhaltung des gesamten Organismus ausübt:
Die aktiv Lobby betreibende Pharmaindustrie wäre sicher nicht erfreut über Ärzte, die statt teurer, angeblich hoch wirksamer Medikamente ihren Patienten Skelettmuskelaktivität sprich Bewegung verordnen würden. Kollege Professor Strüder von der Deutschen Sporthochschule Köln formuliert hierzu:

Der menschliche Skelettmuskel ist das wichtigste Stoffwechselorgan und bestimmt die Qualität und Dauer unseres Lebens.

Aktive Muskeln sind gesundheitsökonomisch sinnvoll! In diesem Augenblick ärgere ich mich gerade ganz massiv über den Zusatzbeitrag von acht Euro, den ich seit März monatlich an meine Krankenkasse überweise.

Individualisierung im Investitionsgütersektor – schöne Alliteration im wahrsten Sinne des Wortes

Die diesjährige FIBO wartete mit einigen interessanten Produktneuigkeiten auf. Als aktiver Sportler musste ich mit Interesse feststellen, dass neben funktionellen Eigenschaften das Design von Sportgeräten zunehmend in das Auge des Betrachters bzw. Users rückt. So wird neuerdings neben dem Innovation auch ein Design Award vergeben. Als Sieger 2010 wurde das Unternehmen SVG mit der Produktlinie Premion Line gekürt. Schön anzuschauende Geräte, die ebenfalls in ihrer Funktionalität durchaus Berechtigung in einem gesundheitsorientierten Trainingsprogramm haben. Bemerkenswerte Eigenschaft der Produkte ist die Möglichkeit einer individuellen Design- und Farbgestaltung der Geräte. Aha, das Thema hatten wir doch bereits. Hierzu die FIBO-Jury:

An dieser Gerätelinie kam die Jury auf ihrem Gang durch die Hallen der FIBO nicht vorbei: Die Form und Farbgebung der SVG premion line stach sofort ins Auge und erhielt dafür auf der Verleihung des INNOVATION AWARDs den Sonderpreis Design. Die Gerätelinie der SVG Medizinsysteme GmbH & Co. KG bietet neben einem attraktiven Design auch die Möglichkeit der individuellen Gestaltung durch Design Displays, die mit eigenen Ideen oder mit Hilfe der angebotenen Motivserien gestaltet werden können.

Interessantes Marketing-Tool für Gyms und Hotel Fitness Facilities, nett für das Auge des Users. Trainieren muss dieser allerdings noch selbst, ein hübsches Design garantiert noch keine trainingsbedingten Anpassungen.

Sportmedien, Individualisierung und IPad-Release in Deutschland

Zum IPad-Markteintritt in Deutschland am 28. Mai soll an dieser Stelle auf die neuartigen Konsumoptionen von Sportprintmedien hingewiesen werden.  Das Magazin Sports Illustrated gibt einen Vorgeschmack, wie printmediale Inhalte auf ipad-artiger Hardware zukünftig aussehen werden:



Ein aus Sicht meiner aktuellen Lehrinhalte wichtiger Aspekt, ist die Möglichkeit einer individualisierten Darstellung von Inhalten, die in dem Beitrag als Customization Erwähnung findet.

2018 und 2022?



Die FIFA wird über die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 zeitgleich im Dezember 2010 entscheiden. Es muss kritisch hinterfragt werden, ob es Sinn macht, den Austragungsort eines der wichtigsten und größten Sportevents schon zwölf Jahre vorher festzlegen. Für Europa gehen folgende Nationen ins Rennen: Belgien/Niederlande, Spanien/Portugal, England und Russland. Für die AFC sind gelistet: Katar, Australien, Südkorea und Japan. Ergänzt wird das Feld durch die USA. Die Komplexität des Vergabemodus ergibt sich auch dadurch, dass einige Verbände nur für 2022 (Katar, Japan, Südkorea) Bewerbungen eingereicht haben. Im Zusammenhang mit Katar wurde bereits von "Fußball im Kühlschrank" gesprochen. Diese Auffassung teile ich nicht, zumal andere Turniere unter ähnlichen klimatischen Bedingungen durchgeführt wurden (z. B. Mexiko 1970, 1986).
BTW: Die Entscheidung für Olympia 2018 steht ja auch noch an. Hatte ich völlig vergessen.

Der "innere Schweinehund"



Dieses putzige Tierchen macht nicht nur vielen Sportlern, sondern auch Sportorganisationen zu schaffen: der innere Schweinehund. Bei einem entspannten Bierchen auf dem Sofa zeigt es sein wahres Gesicht, fletscht die Zähne und setzt alles daran, den Zustand auf dem Sofa zu konservieren, obwohl eine Fitnesstrainingseinheit, eine Runde Laufen oder eine Partie Beachvolleyball dem Wohlbefinden wesentlich dienlicher wären. Auch Sportorganisationen leiden unter dieser Hunderasse. Vor allem kommerzielle Fitnesssportanbieter haben häufig das Problem, dass sie eine zu starke Dominanz bei ihren Herrchen ausübt, Inaktivtität fördert und letztendlich zu einer Kündigung des Sportabos führt. Im Sinne des Gesundheitssports und eines erfolgreichen Sportmanagements muss es also das Ziel sein, das nicht der Hund das Herrchen führt, sondern umgekehrt. Die Schaffung einer ausreichenden intrinsischen Motivation ist hier der Schlüssel zum Erfolg.

Nachtrag: Der hier dargestellte innere Schweinehund stammt aus der Feder des LSB NRW und kann
hier käuflich erworben werden.

Die Fußball-Diät

Die KW 18 unterscheidet sich von den vorherigen vor allem dadurch, dass hinsichtlich des TV-Angebots an Fußball-Live-Übertragungen Zeit zum Durchatmen besteht. Mit Verwunderung stellte ich letzten Sonntag fest, dass bis zum nächsten Samstag Fußball-Abstinenz zwangsverordnet ist. Die Nachrichten über Kevin Kuranyi und René Adler liefern jedoch die notwendigen Kalorien zur Kompensation. Letztendlich handelt es sich um die Ruhe vor dem Sturm, denn mit Bundesliga-, DFB- und CL-Finale stehen spektakuläre Fußball-Events vor der Tür. Ferner soll in einem größeren afrikanischen Land im Juni eine nicht unwesentliche Fußballveranstaltung stattfinden