Thomas Rieger

Sport Management

Gesundheit im System Spitzensport

Die Ergebnisse einer bemerkenswerten Studie legten in diesem Jahr die Sportsoziologen der Universität Tübingen vor. Der Umgang mit Verletzung, Schmerz oder Krankheit im System Spitzensport wurde in der sportwissenschaftlichen Forschung bisher nicht thematisiert. Diese Forschungslücke wurde mit den vorgelegten Ergebnissen weitestgehend geschlossen.

Spitzensportler pflegen eine distinktive Betrachtung des Themas Gesundheit im Vergleich zu Vertretern anderer Systeme etwa des Gesundheits- oder auch des Wirtschaftssystems. Spitzensportler fühlen sich dann gesund, wenn sie ihre Leistungsfähigkeit für den Wettkampf abrufen können. Dies führt mitunter zu einem so genannten „playing hurt“, der Wettkampfteilnahme unter Schmerzen. Die Studie ist im Hofmann Verlag erschienen.

Muskeln!

In manchen Situationen frage ich mich, warum viele unserer gesundheitssystemischen Akteure mit derartigen Scheuklappen ihrem Beruf nachgehen. Warum gelingt es einfach nicht, mehr Geld in die Prävention, und hier vor allem in die bewegungsorientierte zu stecken. Warum wird das System erst bei auftretender Krankheit aktiv? Anlass dieser von mir erneut formulierten Fragen ist ein am kommenden Montag angesetzter Bericht auf 3sat, der auf dramatische Weise, unter Hinzuziehung hoch aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse vor Augen führt, welche immense Bedeutung eine aktive Skelettmuskulatur auf die Gesunderhaltung des gesamten Organismus ausübt:
Die aktiv Lobby betreibende Pharmaindustrie wäre sicher nicht erfreut über Ärzte, die statt teurer, angeblich hoch wirksamer Medikamente ihren Patienten Skelettmuskelaktivität sprich Bewegung verordnen würden. Kollege Professor Strüder von der Deutschen Sporthochschule Köln formuliert hierzu:

Der menschliche Skelettmuskel ist das wichtigste Stoffwechselorgan und bestimmt die Qualität und Dauer unseres Lebens.

Aktive Muskeln sind gesundheitsökonomisch sinnvoll! In diesem Augenblick ärgere ich mich gerade ganz massiv über den Zusatzbeitrag von acht Euro, den ich seit März monatlich an meine Krankenkasse überweise.