Thomas Rieger

Sport Management

Individual Marketing im Sport - Mass Media Customization und audiovisuelle Sportmedien

Eines meiner aktuellen Forschungsprojekte beschäftigt sich mit den Konsumentenerwartungen an audiovisuelle Sportmedien. Primär soll untersucht werden, welche Wünsche, Bedürfnisse und Anforderungen in Bezug individualisierte Produktoptionen von audiovisuellen Sportmedien bestehen. Der in das Individual Marketing eingebettete theoretische Ansatz der Mass Customization erfährt somit eine Erweiterung um das Media. Der Anbieter LIGA total hat bereits in der letzten Bundesliga-Saison mit einer ersten individuell ausgerichteten Produktvariation, der persönlichen Konferenz, ein Zeichen gesetzt.



Der empirische Teil des Forschungsprojekts besteht aus einer qualitativen Interviewstudie in der sportmedienaffine Personen befragt werden. Diese Personen zeichnen sich dadurch aus, dass sie in enger Verbindung zu audiovisuellen Sportmedien stehen, diese regelmäßig nutzen oder als ausgewiesene Medienexperten fragestellungsrelevante Problemlösungskompetenzen aufweisen. Momentan befindet sich das Projekt in der Datenerhebungsphase.

Wie individuell sind Fitnessdienstleistungen?

In der aktuell veröffentlichten Ausgabe Nr. 130 der Fitness Tribune schreibe ich zum Thema "Kundenindividuelle Fitnessdienstleistungen". Können in kommerziellen Fitnessanlagen erbrachte Dienstleistungen überhaupt Individualität erzeugen? Schließlich handelt es sich um einen Typus der Kollektivdienstleistungen. Leseprobe:

... Dieser Mangel an Individualität soll durch den Einsatz trendiger Kommunikationstechnologien wie z. B. Trainerterminals kompensiert werden. Allerdings wird auch bei dieser Form der Trainingsbetreuung von Individualität gesprochen. So heißt es im Informationstext zum Trainerterminal auf der Homepage eines bekannten Discountanbieters: „Am Terminal kannst du deinen Trainingsplan erstellen und ändern, ganz nach deinen individuellen Wünschen und Zielen ... Gib einfach deine Wünsche und Ziele an. Die von einem Expertenteam entwickelte Terminalsoftware erstellt automatisch einen individuellen Trainingsplan für dich.“ Bereits die verwendeten Begrifflichkeiten „automatisch“ und „individuell“ stehen in einem konträren Verhältnis. Aus zahlreichen Forschungsinterviews mit fitnessaffinen Sportlern an der Business and Information Technology School in Iserlohn ging eindeutig hervor, dass Individualität im Kontext eines gesundheitsorientierten Fitnesstrainings primär dann erreicht wird, wenn ein persönliches bzw. zwischenmenschliches Verhältnis vom Kunden zum Trainer aufgebaut wird. ...

In Anlehnung an die bereits bestehenden Forschungsarbeiten zum Thema Kollektivdienstleistungen im Zuschauermarkt (u.a. Chatrath, 2010) wäre eine vergleichbare Analyse für Teilnehmermärkte im Sport denkbar. Von besonderem Interesse wäre die Zahlungsbereitschaft von Kunden im Hinblick auf Zusatzleistungen zur Schaffung von Individualität.

Was von der vorlesungsfreien Zeit übrig bleibt (II)

Ursprünglich sollten an dieser Stelle Hinweise auf die anstehende Publikation in Sciamus - Sport und Management sowie meine Reise nach Basel zum WFWF folgen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Andere Aktivitäten haben sich in den Vordergrund gedrängt. Zum einen sind in drei Wochen die ersten Vorlesungen angesetzt, das bedeutet derzeit die detaillierte Überarbeitung von Lehrveranstaltungsunterlagen wie Foliensätze und Handouts. Zum anderen arbeite ich aktuell an einem englischsprachigen Beitrag für einen Herausgeberband zum Thema "
Sustainability and Health Tourism". Geplantes Erscheinungsdatum im Gabler Verlag: Frühjahr 2011. Weitere Forschungsaktivitäten lassen ebenfalls nicht auf sich warten. Am 12.11. halte ich einen Vortrag auf dem Bremer Freizeitkongress zum Thema "Individueller Sportkonsum - Potenziale und Perspektiven der Individualisierung im Freizeitsport". Der theoretische Zugang basiert auf einem soziologischen und einem marketingwissenschaftlichen Ansatz. In Anlehnung an Junge (2002) bedeutet Individualisierung aus soziologischer Sicht die Erreichung einer unteilbaren Einheit aus einem bestehenden Komplex. Aus Marketingsicht beschreibt Schnäbele (1997) die Individualisierung als Form der differenzierten Marktbearbeitung, einer Segmentierung, die den einzelnen Nachfrager als separate Zielgruppe betrachtet. Der Hintergrund individualisierter Zielgruppen ist dem Umstand zunehmend gesättigter Märkte geschuldet, auf denen selbst eine kundenorientierte Ausrichtung keine ausreichende Differenzierung mehr ermöglicht. Weitere interessante Tagungen und Kongresse im kommenden Herbst:
  • Qualität im Handlungsfeld Sport und Gesundheit - Jahrestagung der dvs-Kommission Gesundheit, 30. September und 01. Oktober in Vechta,
  • 2nd European Conference in Sport Economics, 05.-06. Oktober in Köln,
  • Globalisierung der Sporträume: wissenschaftliche Ansätze und internationale Perspektiven - 4. Jahrestagung der dvs-Kommission Sport und Raum, 07.-08. Oktober in Erlangen,
  • Markenmanagement im Sport - 7. Deutscher Sportökonomie-Kongress, 17.-19. November in Köln,
  • Körper, Kult und Konfession. Religiöse Dimensionen des Sports und Körperkults - Jahrestagung der dvs-Sektion Sportsoziologie in Kooperation mit den DGS-Sektionen "Soziologie des Körpers und des Sports" und "Religionssoziologie", 25.-27. November 2010 in Frankfurt am Main,
  • Veranstaltungsreihe Blickpunkt Sportmanagement, 29.-30. November in Salzgitter.

Individualisierung im Investitionsgütersektor – schöne Alliteration im wahrsten Sinne des Wortes

Die diesjährige FIBO wartete mit einigen interessanten Produktneuigkeiten auf. Als aktiver Sportler musste ich mit Interesse feststellen, dass neben funktionellen Eigenschaften das Design von Sportgeräten zunehmend in das Auge des Betrachters bzw. Users rückt. So wird neuerdings neben dem Innovation auch ein Design Award vergeben. Als Sieger 2010 wurde das Unternehmen SVG mit der Produktlinie Premion Line gekürt. Schön anzuschauende Geräte, die ebenfalls in ihrer Funktionalität durchaus Berechtigung in einem gesundheitsorientierten Trainingsprogramm haben. Bemerkenswerte Eigenschaft der Produkte ist die Möglichkeit einer individuellen Design- und Farbgestaltung der Geräte. Aha, das Thema hatten wir doch bereits. Hierzu die FIBO-Jury:

An dieser Gerätelinie kam die Jury auf ihrem Gang durch die Hallen der FIBO nicht vorbei: Die Form und Farbgebung der SVG premion line stach sofort ins Auge und erhielt dafür auf der Verleihung des INNOVATION AWARDs den Sonderpreis Design. Die Gerätelinie der SVG Medizinsysteme GmbH & Co. KG bietet neben einem attraktiven Design auch die Möglichkeit der individuellen Gestaltung durch Design Displays, die mit eigenen Ideen oder mit Hilfe der angebotenen Motivserien gestaltet werden können.

Interessantes Marketing-Tool für Gyms und Hotel Fitness Facilities, nett für das Auge des Users. Trainieren muss dieser allerdings noch selbst, ein hübsches Design garantiert noch keine trainingsbedingten Anpassungen.

Sportmedien, Individualisierung und IPad-Release in Deutschland

Zum IPad-Markteintritt in Deutschland am 28. Mai soll an dieser Stelle auf die neuartigen Konsumoptionen von Sportprintmedien hingewiesen werden.  Das Magazin Sports Illustrated gibt einen Vorgeschmack, wie printmediale Inhalte auf ipad-artiger Hardware zukünftig aussehen werden:



Ein aus Sicht meiner aktuellen Lehrinhalte wichtiger Aspekt, ist die Möglichkeit einer individualisierten Darstellung von Inhalten, die in dem Beitrag als Customization Erwähnung findet.