Thomas Rieger

Sport Management

Wie individuell sind Fitnessdienstleistungen?

In der aktuell veröffentlichten Ausgabe Nr. 130 der Fitness Tribune schreibe ich zum Thema "Kundenindividuelle Fitnessdienstleistungen". Können in kommerziellen Fitnessanlagen erbrachte Dienstleistungen überhaupt Individualität erzeugen? Schließlich handelt es sich um einen Typus der Kollektivdienstleistungen. Leseprobe:

... Dieser Mangel an Individualität soll durch den Einsatz trendiger Kommunikationstechnologien wie z. B. Trainerterminals kompensiert werden. Allerdings wird auch bei dieser Form der Trainingsbetreuung von Individualität gesprochen. So heißt es im Informationstext zum Trainerterminal auf der Homepage eines bekannten Discountanbieters: „Am Terminal kannst du deinen Trainingsplan erstellen und ändern, ganz nach deinen individuellen Wünschen und Zielen ... Gib einfach deine Wünsche und Ziele an. Die von einem Expertenteam entwickelte Terminalsoftware erstellt automatisch einen individuellen Trainingsplan für dich.“ Bereits die verwendeten Begrifflichkeiten „automatisch“ und „individuell“ stehen in einem konträren Verhältnis. Aus zahlreichen Forschungsinterviews mit fitnessaffinen Sportlern an der Business and Information Technology School in Iserlohn ging eindeutig hervor, dass Individualität im Kontext eines gesundheitsorientierten Fitnesstrainings primär dann erreicht wird, wenn ein persönliches bzw. zwischenmenschliches Verhältnis vom Kunden zum Trainer aufgebaut wird. ...

In Anlehnung an die bereits bestehenden Forschungsarbeiten zum Thema Kollektivdienstleistungen im Zuschauermarkt (u.a. Chatrath, 2010) wäre eine vergleichbare Analyse für Teilnehmermärkte im Sport denkbar. Von besonderem Interesse wäre die Zahlungsbereitschaft von Kunden im Hinblick auf Zusatzleistungen zur Schaffung von Individualität.