Thomas Rieger

Sport Management

WFWF 2010 Update, Basel is calling

Am Ende des ersten Tages fühlt man sich ein wenig verwirrt von den gelieferten Inhalten der Veranstaltung. Die unterschiedlichen Perspektiven der Teilnehmer führen zu einem eher schwer verdaulichen Orientierungslauf im "Garten der Gesundheitsförderung". Eine Schärfung des WFWF hinsichtlich Zielgruppe und exaktem Kongressthema wäre zukünftig sinnvoll. Ein persönliches Highlight für mich war der Vortrag von Werner Kieser zur Bedeutung kraftgestützter Bewegung. Hier ein kurzer Ausschnitt:


Hinsichtlich der Bedeutung von Krafttraining mit zunehmenden Alter pointierte Kieser: "Mit 20 wollen Sie etwas erleben, ab 40 wollen Sie überleben". Eine viel versprechende Überlebensstrategie ist ein gerätegestütztes Krafttraining, das bis zum Lebensende ein hohes Maß an Lebensqualität liefern kann.

Muskeln!

In manchen Situationen frage ich mich, warum viele unserer gesundheitssystemischen Akteure mit derartigen Scheuklappen ihrem Beruf nachgehen. Warum gelingt es einfach nicht, mehr Geld in die Prävention, und hier vor allem in die bewegungsorientierte zu stecken. Warum wird das System erst bei auftretender Krankheit aktiv? Anlass dieser von mir erneut formulierten Fragen ist ein am kommenden Montag angesetzter Bericht auf 3sat, der auf dramatische Weise, unter Hinzuziehung hoch aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse vor Augen führt, welche immense Bedeutung eine aktive Skelettmuskulatur auf die Gesunderhaltung des gesamten Organismus ausübt:
Die aktiv Lobby betreibende Pharmaindustrie wäre sicher nicht erfreut über Ärzte, die statt teurer, angeblich hoch wirksamer Medikamente ihren Patienten Skelettmuskelaktivität sprich Bewegung verordnen würden. Kollege Professor Strüder von der Deutschen Sporthochschule Köln formuliert hierzu:

Der menschliche Skelettmuskel ist das wichtigste Stoffwechselorgan und bestimmt die Qualität und Dauer unseres Lebens.

Aktive Muskeln sind gesundheitsökonomisch sinnvoll! In diesem Augenblick ärgere ich mich gerade ganz massiv über den Zusatzbeitrag von acht Euro, den ich seit März monatlich an meine Krankenkasse überweise.